Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Dinslaken hat eine umfassende Anfrage zum Stand des Wohnungsbaus an die Stadtverwaltung gerichtet. Ziel ist es, einen aktuellen und transparenten Überblick über genehmigte und realisierte Wohneinheiten, den Anteil sozial geförderten Wohnraums sowie den Umsetzungsstand zentraler Wohnbauprojekte zu erhalten.
Hintergrund der Anfrage ist das „Handlungskonzept Wohnen 2030“ aus dem Jahr 2018, das von einem Bedarf von rund 1.864 neuen Wohneinheiten bis 2030 ausgeht. Seitdem hat sich jedoch vieles verändert: Die Einwohnerzahl ist leicht gesunken, im Regionalplan wurde mittlerweile der Flächenbedarf für den Wohnungsbau in Dinslaken deutlich abgesenkt und Vorhaben wie bspw. das Solar Quartier Lohberg sind in der Umsetzung, andere wie die Bebauung der Trabrennbahn werden in den nächsten Jahren folgen. Aus früheren Antworten der Verwaltung auf Anfragen der Grünen geht hervor, dass zwischen 2018 und Mitte 2024 Baugenehmigungen für 754 Wohneinheiten erteilt wurden. Zusätzlich stehen weitere Vorhaben in den Startlöchern. Auf dem Trabrennbahnareal sind mit rund 880 Wohneinheiten über 200 mehr geplant als 2018 veranschlagt.
Rico Koske, Fraktionsvorsitzender der Grünen erklärt dazu: “Damit sind wir schon ziemlich nah an den damaligen Bedarfsprognosen. Bevor nun weitere Freiflächen im Stadtgebiet für den Wohnungsbau überplant werden, sollte zunächst der tatsächliche Bedarf überprüft werden. Klar ist, wir benötigen dringend Wohnraum, aber viele Vorhaben sind aktuell vor ihrer Umsetzung, und die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Außerdem braucht es innovative Konzepte, die nicht die Bebauung von freien Flächen vorsehen, sondern mit Nachverdichtung im Bestand und generationengerechten Lösungen Wohnraum schaffen. Wir brauchen also dringend eine Aktualisierung des Konzepts Wohnen 2030! ”
Kerstin Engel, Sprecherin für Stadtentwicklung der Grünen Ratsfraktion, ergänzt: “Um bezahlbaren Wohnraum für alle sicherzustellen, brauchen wir einfach einen aktuellen und guten Überblick. . Bezahlbarer Wohnraum ist eine der sozialen Fragen in unserer Zeit. 2020 lag die Quote für geförderten Wohnbau in Dinslaken bei nur 7 %. Gleichzeitig steigen die Mieten weiter. Auf viele Dinge haben wir auf kommunaler Ebene keinen Einfluss, aber beim Thema Wohnen können wir selbst entscheiden. Außerdem wurde nach langer Erarbeitung 2025 endlich der Masterplan Grün verabschiedet. Nun müssen die Ergebnisse auch in der Stadtentwicklung berücksichtigt werden. Frischluftschneisen und Grünfinger sollten nicht nur auf dem Papier existieren. Uns geht es darum, Weichen für eine gerechte und nachhaltige Stadt in den nächsten Jahrzehnten zu stellen. Wir wollen Entscheidungen auf Basis verlässlicher Zahlen treffen, die transparent und für alle nachvollziehbar sind.”

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