Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Dinslaken beantragt, die bisherigen Beschlüsse zur geplanten Bebauung an der Flurstraße in Eppinghoven aufzuheben. Hintergrund sind veränderte Rahmenbedingungen in der Stadtentwicklung sowie ökologische und verkehrliche Bedenken.
„In den letzten Jahren hat sich beim Wohnungsbau in Dinslaken einiges getan und es stehen diverse Projekte kurz vor der Umsetzung“, erklärt Beate Stock-Schröer, stellvertretende Vorsitzende der grünen Ratsfraktion. „Vor diesem Hintergrund müssen wir ehrlich prüfen, welche Flächen wir wirklich noch benötigen und wo wir bewusst auf zusätzliche Versiegelung verzichten können.“
Die GRÜNEN verweisen unter anderem auf die deutlich ausgeweiteten Planungen für das Trabrennbahn-Areal sowie auf laufende und bevorstehende Projekte wie bspw. das Solarquartier Lohberg. Diese Entwicklungen würden das gesamtstädtische Wohnraumangebot bereits spürbar erhöhen.
Zugleich sehen die GRÜNEN in der Fläche an der Flurstraße eine wichtige ökologische Funktion. „Die Fläche ist für die Frischluftversorgung, die Artenvielfalt und den Wasserhaushalt von Bedeutung“, betont Kerstin Engel, Sprecherin der grünen Fraktion für Stadtentwicklung. „Eine weitere Versiegelung würde diese Funktionen dauerhaft beeinträchtigen. Gerade mit Blick auf Klimaanpassung können wir uns das nicht leisten.“
Auch die Verkehrssituation im Bereich der Flurstraße sei aus Sicht der Fraktion bislang nicht zufriedenstellend gelöst. Eine zusätzliche Bebauung würde die Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner weiter erhöhen.
Darüber hinaus fordern die GRÜNEN erneut eine Aktualisierung des städtischen Handlungskonzepts Wohnen 2030 sowie ein regelmäßiges Monitoring der tatsächlichen Bedarfe. „Wir brauchen verlässliche, aktuelle Zahlen als Grundlage für solche Entscheidungen“, so Stock-Schröer. „Solange diese nicht vorliegen, sollte die Stadt bei neuen Bauvorhaben besonders sorgfältig abwägen.“

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