DIN-Service und MCS-Gelände: Unsere Position im Stadtrat am 06.10.

Rico Koske
Rico Koske, Fraktionsvorsitzender E-Mail Beate Stock-Schröer, stv. Fraktionsvorsitzende E-Mail Jonas Wischermann, Fraktionsgeschäftsführer E-Mail

In der Sitzung des Stadtrats am 06.10. wurde über die Machbarkeitsstudie bezüglich der Entwicklung des MCS-Geländes beraten. Die grüne Ratsfraktion hat der Beschlussvorlage 239/2026 nicht zugestimmt. Hier dokumentieren wir unseren Redebeitrag dazu:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wird der Beschlussvorlage 239/2026 nicht zustimmen.
Und ich möchte gleich zu Beginn deutlich machen, warum:
Wir sind für eine Lösung beim DIN-Service.
Die aktuelle Situation ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel und auf Dauer auch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Wir müssen hier etwas verändern.
Und auch beim zweiten Punkt gibt es keinen Dissens:
Wir sind für die Entwicklung des MCS-Geländes.
Wir brauchen Perspektiven für Unternehmen und Arbeitsplätze. Deshalb müssen wir uns mit der Zukunft des MCS-Geländes beschäftigen.
Das Problem beginnt für uns bei der Verknüpfung dieser beiden Themen.
Die Frage, wo der DIN-Service künftig seinen Standort hat, muss unabhängig davon beantwortet werden, was wir mit dem MCS-Gelände machen wollen.
Wir brauchen eine wirklich ergebnisoffene Standortsuche.
Die entscheidende Frage muss sein:
Was ist für den DIN-Service die wirtschaftlichste, funktionalste und langfristig beste Lösung – und was ist für die Stadt Dinslaken unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen darstellbar?
Uns wurde erläutert, dass neben der Nullvariante und dem MCS-Gelände auch weitere Standorte untersucht werden sollen. Das begrüßen wir.
Aber dann stellt sich die Frage:
Warum müssen die Entwicklung des MCS-Geländes und die Standortfrage des DIN-Service überhaupt miteinander verknüpft werden?
Auf unsere Nachfrage wurde bestätigt: Beide Themen können unabhängig voneinander betrachtet und vorangetrieben werden.
Dann sollten wir es auch tun.
Wir müssen dabei auch über Geld sprechen.
Unsere finanzielle Situation ist schwierig. Wir haben in den vergangenen Monaten viele schmerzhafte Entscheidungen treffen müssen. Deshalb müssen wir knallhart priorisieren.
Wir müssen uns fragen, wo Investitionen für Dinslaken besonders dringend sind.
Wir reden über ausreichende Kapazitäten in unseren Turnhallen, damit der Sportunterricht sichergestellt werden kann. Und wir reden über notwendige Investitionen in unsere Grundschulen, damit ausreichend Schulplätze zur Verfügung stehen.
Das sind für uns zentrale Aufgaben.
Unser Bürgermeister hat selbst gesagt, dass wir uns teure Leuchtturmprojekte nicht leisten können. Wir nehmen diese Aussage ernst.
Deshalb müssen wir auch beim DIN-Service genau hinschauen und sicherstellen, dass wir am Ende nicht eine unnötig teure Lösung schaffen.
Hinzu kommt: Auch der Kreis muss noch zustimmen. Hier haben wir erhebliche Bedenken und fragen uns, warum hierzu nach unserem Kenntnisstand bislang noch keine Gespräche geführt wurden.
Umso mehr sollten wir heute keinen zusätzlichen Entscheidungsdruck erzeugen, solange wichtige Fragen noch offen sind.
Wir sagen deshalb:
Sucht den besten Standort für den DIN-Service und entwickelt gleichzeitig eine gute Perspektive für das MCS-Gelände.
Wir bedanken uns ausdrücklich bei den Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung dafür, dass unsere Fragen beantwortet wurden und bis zuletzt das Gespräch gesucht wurde. Das haben wir positiv wahrgenommen.
Unsere Kritik ist ausschließlich inhaltlicher Natur:
Wir wollen eine gute Zukunft für den DIN-Service.
Wir wollen eine gute Entwicklung des MCS-Geländes.
Aber wir wollen beides auf Grundlage von Sachlichkeit, Wirtschaftlichkeit und echter Ergebnisoffenheit.
Deshalb lehnt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Beschlussvorlage 239/2026 ab.
Vielen Dank.

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